Die Nordinsel Neuseelands 23.09.-05.10.

12 10 2010

DSC_0071Setzen mit unserm Auto auf der Faehre ueber zur Nordinsel und kommen nach drei Stunden gemuetlicher Fahrt in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, an. DSC_0524Nutzen den ganzen Tag fuer Sightseeing und laufen die Hauptattraktionen ab, schlendern am schoenen Hafen DSC_0555entlang, fahren mit der Bergbahn zum Botanischen Garten und geniessen die seltene Sonne und den Ausblick auf die Stadt.

Am nachmittag besuchen wir das Nationalmuseum “Te Papa” – das beste Museum das wir auf unsrer Reise besucht haben, es gleicht einer absoluten Erlebniswelt und man taucht ein in die Wunder der Natur, erfaehrt viel ueber Land und Leute, wir simulieren Erdbeben, lassen uns in die Zeit der goldenen 60er Jahre zurueckversetzen, werden Zeuge eines Vulkanausbruchs und noch viel,viel mehr. Grund fuer die vielen Erdbeben in Neuseeland ist die Lage. Es kann nicht eindeutig einem Kontinent zugeordnet werden da es auf zwei unterschiedlichen Erdplatten liegt – der pazifischen und der australischen. Diese reiben kraeftig aufeinander und verursachen die vielen Erdbeben, bis zu 15 000 (!) werden hier jaehrlich gemessen, jedoch nur ca. 150 von Menschen wahrgenommen.

Wir haben drei Stunden nur auf einer Etage verbracht, alles ist zum anfassen und mitmachen, wir haetten eine ganze Woche nur im Museum verbringen koennen – das alles ist sogar umsonst, so wie viele Sachen hier.

Wir nutzen alle kostenlosen Aktivitaeten in Wellington aus und machen eine Fuehrung durch das Parlament. Am meisten beeindruckte uns hier ein Raum voll von Maori – Kunst indem dem jeder, egal wie alt und welche Nationalitaet, also selbst Kinder, vorsprechen duerfen und sich beschweren duerfen bzw. Wuensche aeussern duerfen. Ein freier Raum indem jeder seine Meinung ohne jegliche Einschraenkung aeussern darf vor Vertretern aus der Politik – sowas sollte es auch in Deutschland geben.

Wellington bekommt einen festen Platz in unsrer Top 3 – Staedteliste, waeren hier gern noch ein paar Tage geblieben.

Es geht weiter ueber den “Forgotten Highway” (der vergessene Highway) durch saftig gruene Huegellandschaften mit wahnsinnig vielen Schafen.DSC_0637

Wir machen Kaffeepause in Whangamomona – dieser kleine Ort mit ca. 30 Einwohnern ist eine eigenstaendige Republik und wir sind nun einen Stempel im Passport reicher. Der gewaehlte Praesident war bis vor ein paar Jahren eine Ziege (gestorben wegen Herzversagen, ein Verbrechen wird ausgeschlossen) und zur Zeit regiert hier ein Pudel. Zum jaehrlichen Republikstag kommen hier tausende von Besuchern zum feiern, dafuer wird sogar die stillgelegte Zugstrecke wieder in Betrieb genommen und Besucher lassen sich mit dem Helikopter einfliegen. Wir kommen um den Trubel rum und erleben einen netten Abend im Pub, die Bauern kommen nach der Arbeit vorbei und ziehen ordnungsgemaesz ihre matschigen Gummistiefel vor der Tuer aus um dann struempfig in langer Unterhose zur Bar zu laufen – hier ist die Welt noch in Ordnung!

Naechster Halt war Waitomo – hier gibts ueberall unterirdische Hoehlen und Gluehwuermchen. In Gesellschaft von zwei deutschen Maedels und einem aelteren Amerikaner haben wir eine Nachtwanderung gemacht und wirklich tausende von Gluechwuermchen gesehen die an den Steinwaenden ueber uns gluehten und uns den Weg leuchteten. Wunderschoen!!!

Danach hiess es mal wieder Action. Dunkel, verdammt eng und voll mit Wasser und Wasserfaellen sodass nur noch der Kopf rausschaut, 90 m unter der Erde – nichts fuer Klaustophobiker! Und dann auch noch Abseilen ueber drei unterirdischen Wasserfaellen in einen 20 m tiefen, finsteren Schacht? Nur was fuer Verrueckte – und hier kommen wir ins Spiel ;-) 1577Pic3

Ausgestattet mit Wetsuits, Helmen, Licht und Gummistiefeln gings runter in die enge, nasse, dunkle Hoehle und nach ca. 1,5 Stunden abseilen, durchs Wasser waden und durch enge Wasserkanaele quetschen, kamen wir wohlbehalten wieder ans Tageslicht. Zur Belohnung gabs am Ende fuer alle Schokoriegel und eine heisse Dusche! Es hat Spass gemacht, vorallem das abseilen, aber ueber der Erde fuehl ich mich doch um einiges wohler und muss keine Angst vor Ueberflutung haben.

Weiter gehts zum Tongarriro Nationalpark. Hier kann man einen beruehmten Tagestrip (Tongarirro – Alpine – Crossing) machen,DSC_0081 eine 19 km lange Wanderung bei der man an drei Vulkanen entlanglaeuft (die letzte Aktivitaet von Mt. Ruapehu war erst 2007) und tuerkise Seen sieht. Der groesste der Vulkane spielte die Rolle des Schicksalsberges in “Der Herr der Ringe” (siehe Bild oben).

Im Ausgangsort fuer die Wanderung, trafen wir auf zwei alte Bekannte. DSC_0093Hannah und Chris, das Londoner Paaerchen die wir das erste Mal zu Beginn unsrer Reise in Irkutsk (Russland), dann zu Weihnachten auf der Insel Hainan (China) und danach in Vang Vieng (Laos) getroffen haben. Wir wollten gemeinsam die Wanderung machen aber das Wetter war nicht auf unsrer Seite, wir konnten keine 50 m weit schauen und es regnete. Gut das wir noch bei gutem Wetter einen Tag vorher eine kleinere Wanderung gemacht haben und einen der blauen Seen sehen konnten und auch volle Sicht auf die schneebedeckten Vulkane hatten.

Da wir vier ja nun nicht wandern konnten wechselten wir von Outdoor auf Indoor und waren das erste Mal klettern in einer Kletterhalle. DSC_0101Hier kann man sich gegenseitig sichern (nach kurzer Erklaerung vom Personal) und hat dabei richtig Spass!

Nach den Hoehlen und Vulkanen gibts immer noch Ueberraschungen in diesem Land. Fahren nach Taupo wo es heisse Quellen gibt in denen man sich baden kann und besuchen die Huka – Falls und auch die “Craters of the Moon”. Wie uns das “Te Papa”-Museum lehrte sind wir hier in der vulkanischen Zone und der heisse Stein des Erdmantels kommt hier sehr nahe an die Oberflaeche ran. Die Erdkruste hier ist nur 16 km dick und in 5 km Tiefe erreicht man schon Temperaturen von 350 Grad Celsius, normalerweise sind es nur 120 Grad Celsius bei 5 km Tiefe. Ueberall dampft es und man wartet auf den Dinosaurier der gleich um die Ecke kommt und das Bild pefekt macht.

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Hannah und Chris sind auch hier und die beiden bekochen uns am Abend in ihrem Hostel. Wir geniessen es einfach mal nicht draussen kochen zu muessen und in guter Gesellschaft mit ebenso gutem Wein den Abend zu verbringen.

Wir verabschieden uns von den beiden und fahren weiter nach Rotorua wo wir auf einmal einen ganz starken Geruch wahrnehmen (wer nicht weiss wie das riecht stellt sich einfach den Geruch von faulen Eiern vor). Wir sind in einem sogenannten geothermischen Gebiet und so kommt es, das es auch hier ueberall dampft und Matschloecher blubbern im Stadtpark vor sich hin – es ist so unwirklich, man muss es wirlich selbst gesehen (und gerochen) haben!

So wie es in Rotorua weiterdampft, dampften auch wir weiter zur Coromandel Peninsula, hier verbrachten wir drei Tage. Einen Tag verbrachten wir am Hotwater Beach, ein zunaechst erstmal ganz normaler Strand, wir hatten Sonnenschein und waren tatsaechlich baden (wer haette das gedacht?).

Am spaeten Nachmittag setzte dann Ebbe ein und wir mieteten uns eine Schaufel. Ja, richtig gelesen – wir schaufelten dann mit ca. 100 anderen Schaufelkumpanen am Strand um die Wette. DSC_0222Auch hier wirds heiss unter der Oberflaeche – und zwar so heiss das man fast seine Fuesse verbrennt wenn man gerade an der falschen Stelle steht. Und so buddelt man froehlich vor sich hin und baut sich seinen eigenen Spa-Pool. Unsrer wurde immer wieder weggespuelt und wir bekamen grosszuegierweise einen Pool von einer Familie geschenkt der zum Glueck nicht zu heiss war. Wieder eine so unwirkliche Sache und lustig anzusehen wie alle gemeinsam hart daran arbeiten den perfekten Pool zu bauen.

Machten uns ein paar schoene Tage in der noch schoeneren Coromandel Region DSC_0283bei bestem Wetter und verbrachten dann noch zwei Tage in Auckland.

Die Neuseelaender freuten sich ueber das sonnige Wetter genauso wie wir und verbrachten ihren Tag im Stadtpark und am Hafen mit einem Eis in der Hand.

Schade das wir hier nicht mehr Zeit hatten, Neuseeland kommt auf jeden Fall auf unsre “Dinge- die- wir- unbedingt -nochmal- machen- wollen-Liste”!

Autor: Steffi