Die Ostkueste Australiens 15.07.-31.08.
8 09 2010
Berichte aus Australien lassen ja wie gewohnt auf sich warten aber jetzt kommt nochmal einer!
Nach dem wir Jule am Flughafen abgesetzt haben sind wie fuer ein paar Tage Richtung Norden gefahren! Auf dem Weg sind wir an einsamen Straenden und wunderschoenen Landstrichen vorbei gekommen. An einem einsamen Campingplatz raschelte es ploetzlich im Laub und ein 1,5 m langer Waran schlich hinter unserm Van vorbei und hopste dann gleich auf einen Baum wo er seinen nachmittag verbracht hat.
In den Kuestenstaedten Port Douglas und Cooktown hatten wir dann leider Regenwetter und dadurch auch nicht so tolle Blicke auf die dort schoenen Regenwaelder und Straende. In Cape Tribulation, einem Nationalpark in dem Regenwald auf kilometerlange einsame Straende trifft, schuettete es immer noch wie aus Eimern. Wir fragten im Caravanpark nach der Wettervorschau und bekamen die Erklaerung fuer den Regen: „Ihr seid im Regenwald, was erwartet ihr denn?Natuerlich regnet es!“.
Doch es gibt nicht nur Regen im Regenwald, auch Krokodile sind hier wieder anzutreffen, also selbst bei Sonnenschein absolutes Schwimmverbot. Die Nordkueste Australiens ist Krokodilland, in allen Fluessen und Wasserloechern koennte man Schnappi begegnen.
Zuerueck in Cairns haben wir uns dann mit Mel getroffen und einen Tag spaeter kam auch Teresa an.
So viel vertraute Gesichter aus der Heimat in dem wohl entferntesten Land auf Erden, einfach schoen! Wir machten einen Schnorchel- und Tauchausflug von Cairns aus, in einem Segelboot gings zum Great Barrier Reef und wir verbrachten eine Nacht auf dem Meer. Bevor es losging wurden erstmal Tabletten gegen Seekrankheit verteilt und im Sicherheitsbriefing wurde gesagt:“Wenn wir kentern, bitte Haarbuerste und Make-up mitnehmen, denn der Hubschrauber von Channel 9-TV wird als erstes hier eintreffen!“. Auf rauher See und starker Schieflage gings drei Stunden raus aufs Meer. Die Unterwasserwelt war mal wieder aufregend bunt und vielfaeltig, Daniel ist beim tauchen einem Hai begegnet und wir waren ganz nah an Meeresschildkroeten dran. Diesmal ging auch beim tauchen alles gut (obwohl uns der Kapitaen noch schnell verheiraten wollte, kurz bevor Daniel seinen ersten Nachttauchgang hatte) – wir sind um die Hochzeit nochmal drum rum gekommen und ihm standen auch keine Haie oder Krokodile im Weg. Falls jemand von euch einen Ausflug am Great Barrier Reef machen will koennen wir „Vagabond“ wirklich empfehlen, es sind nur 11 Leute an Board und der Trip war richtig gut!
Mit wunderschoenen Eindruecken von dem Naturwunder verliessen wir Cairns und machten uns auf den Weg nach Brisbane, hierfuer haben wir 3 Wochen eingeplant, die Strecke ist 1800 km lang. In der ersten Nacht haben wir unsere Sehnsucht nach deutscher Kueche gestillt und es gab Sauerkraut, Bratwuerste und selbstgemachter Kartoffelstampf – yammi!!! Tesi ist mit Pfefferspray und Trillerpfeife ins Zelt, wir standen direkt neben einem Fluss mit Krokodilwarnung. In den folgenden Wochen hatten wir noch andere Begegnungen, eine Wanderung durch den Regenwald iin einem Gebiet wo Cassowaries leben ( Straussaehnlich mannsgroesse Voegel die nicht fliegen koennen aber sehr aggressiv werden und mit ihren Krallen Bauchdecken durchdringen koennen), an einem anderen Morgen entdeckten wir einen Huntsmen (handgrosse, giftige Spinne) in unserem Van. Daniel war unser Held (nachdem er selbst vor Schreck kurz vorm Hersinfarkt stand) und beseitigte das Tier. Viele verschiedene grosse und kleine Echsen sind uns auch begegnet, eine war beim Wandern direkt vor Daniels Fuessen. Er war so erschrocken das er erstaml nur wild umherhuepfte und schrie aber uns nicht verstaendlich machen konnte was da ist. Wir drei Maedels hielten uns im Hintergrund, toedliche Schlange? Vogelspinne? Was koennte es sein? Nein, es war nur eine etwas groessere, ganz besonders haessliche Echse, sie hatte anscheinend den Schock ihres Lebens schon hinter sich denn ihr Schwanzende war nicht mehr dran. Doch auch ungefaehrliche und schoene Tiere haben wir sehen koennen, einmal kam ein Dutzend Delphine kurz vorm Sonnenuntergang ans Ufer und wir konnten ihnen eine Weile beim spielen zuschauen.
Sightseeing haben wir natuerlich auch gemacht, zum Beispiel waren wir bei den Walaman Falls, dem hoechsten frei fallenden Wasserfall Australiens (305 m). Wir waren in Wasserfaellen baden, haben leckeren Baramundi Fisch gegessen,brennend rote Sonnenuntergaenge mit Vanilleeis und Maple-Sirup genossen, den Surfern beim Wellenreiten zugeschaut und immer wieder an schoenen Orten entlang der Strecke angehalten.
Highlight war noch unser Bootsausflug zu den Whitsundays, hier gibt es den weissesten Sand der Welt und dementsprechend tuerkisblau und klar ist auch das Wasser drumherum. Besonders wird uns Rockhampton in Erinnerung bleiben, hier gibts neben einem schoenen Botanischen Garten in dem wir Koalas streicheln durften noch waschechte Cowboys und wir hatten das Glueck ein Bullriding live mitzuerleben. Das Wetter hatten wir auch auf unserer Seite, bis auf 3-4 Tage Regen war es immer sonnig und warm. An den Regentagen war unsere Campingfreude etwas getruebt und wir haben uns ein kleines Appartement gegoennt und im Fernsehen die australische Version von „Bauer sucht Frau“ gesehen und das hier so beliebte „Kommissar Rex“ – das wird sogar auf Deutsch mit englischen Untertiteln uebertragen!
Die drei Wochen gingen so schnell vorbei und schon waren wir in Brisbane, dem Ende unsrer gemeinsamen Reise. Wir suchten uns dort einen Caravanpark und freundeten uns gleich mit unseren franzoesischen Nachbarn an die zur Zeit auf der EKKA, Australiens groesste Landwirtschaftsausstellung, am Schokoerdbeerenstand gearbeitet haben. Nach einem Abend in der Stadt mit Fish & Chips und Livebands mussten wir Mel am naechsten Morgen zum Flughafen bringen. Aufgrund der hohen Parkgebuehren fiel der Abschied ganz kurz aus und nachdem die Krokodilstraenen getrocknet waren begaben wir (Daniel, Tesi und ich) uns zum groessten Oekofest des Landes. Hatten Freikarten von unseren Nachbarn und verbrachten den ganzen Tag dort. Wir waren Augenzeugen einer Schafsgeburt (man stelle sich einen Glascontainer mit Tribuene und sieben noch schwangeren bzw. kurz vor der Geburt stehenden Schafen vor – die spinnen die Australier ;-)) und am Ende gabs eine Motorshow mit Monstertrucks und fliegenden Motorraedern. Daniel fand es so spektakulaer das er bald beim zuschauen selbst abgehoben waere vor Aufregung, Tesi und ich konnten nicht mehr vor Lachen, er war die Hauptlachattraktion unseres Abends!
Wir wurden dann noch reichlich mit Schokoerdbeeren unsrer Nachbarn versorgt, haben im australischen Aldi deutsches Mischbrot entdeckt und dann hiess es auch zu Tesi „Good Bye“ sagen. Wir hatten eine richtig schoene Zeit mit den zwei Maedels und mussten uns auf dem Weg nach Sydney erstmal an die Stille und die zwei leeren Sitze hinter uns gewoehnen. Suedlich von Brisbane haben wir Mt. Warning (1170m) bestiegen, im Winter ist dieser Berg der erste Punkt Australiens auf den die Sonne scheint und er ist auch einer der steilsten Berge hier, die letzten 200 m muss man an einer Stahlkette hochkraxeln.
Nach dem 8,8 km Track klopften wir uns stolz auf die Schultern und ich hatte noch drei Tage danach Muskelkater.
Mit ein paar Stopps, unter anderem in der Hippiestadt Nimbin und den wunderschoenen, wirklich blau schimmernden „Blue Mountains“, waren wir schon in Sydney. Hier hatten wir nun die Mission unseren Van zu verkaufen um in den letzten Wochen noch Neuseeland zu bereisen. Sydney hat einen tollen Hafen, wir sind ueber die Habourbridge gelaufen, haben das Opernhaus besucht und haben immer wieder schoene Ecken entdeckt. Mit dem Van im Stadtverkehr war es allerdings auch ziemlich anstrengend und die Sydneyer Autofahrer sind nicht gerade die geduldigsten, somit kamen wir oft schweissgebadet nach ewiger Kurverei am gewuenschten Ziel an.
Den Van haben wir nach genau einer Woche verkauft, manchmal kamen wir uns vor wie beim polnischen Autoschiebemarkt, alle Backpackervans stehen hier in einer Strasse und warten auf interessierte Kaeufer. Nun hat unser guter Allan, indem wir immerhin 4 Monate gelebt und 18 000 km (!) zurueckgelegt haben, neue Besitzer.
Mit dem Geld in der Hand sind wir gleich zum naechsten Reisebuero und haben unsern Flug nach Neuseeland gebucht, am naechsten Tag saszen wir schon im Flieger nach Christchurch, Suedinsel Neuseelands.Doch das ist ein neues Kapitel und ein neues Land…
Kategorien : Australien