Zugfahrt mit Chengdu und Chongqing

13 12 2009

„Eine Zugfahrt die ist lustig, eine Zugfahrt die ist schoen lala lala lala“!
IMG_2450Also, nun wissen wir auch was die Buchstaben bei den Zugnummern zu bedeuten haben. Naemlich ein T oder D vor den Zahlen bedeutet guter Zug, schnell, Wand vor den Abteilen, Tueren gibts sowieso nicht, haelt nicht ueberall und wenn, bleibt er nicht zwei Stunden stehen. K bedeutet langsamer Zug, in der dritten Klasse, keine Wand mehr vor den Abteilen – eben einfach bei allem genau das Gegenteil von den T/D Zuegen. Mit so einem ging es dann also von Xi’an nach Chengdu. Eine neue Erfahrung mit Chinesen. Wir wussten ja schon, das Spucken- verbunden mit ekligen Gereuschen – auf den Strassen Chinas normal ist, aber das das auch im Zug auf Teppichboden praktiziert wird war uns neu. Man lernt halt nie aus und unser Sprichwort fuer solche erfahrungen ist nur noch: „Es geht noch ekliger!“. Aber andere Laender, andere Sitten oder wie der Michi sagen wuerde: „Andere Laender, andere Lenden“ (schoenen gruss an alle Ungarnreisende: Die fahrt nach Ungarn war hiergegen pipifax!!!)
Angekommen in Chengdu hies es erstmal Ticket kaufen fuer die weiterfahrt nach Chongqing. Das erwartete Desaster blieb gluecklicherweise aus und nach laengerem „No ticket“ durften wir uns dann glueckliche Besitzer von Sitzplatztickets nennen.
Natuerlich, wie koennte es auch anders sein, nur fuer einen „K“ Zug alle anderen „No Ticket“. Somit hatten wir jetzt fuenf Stunden um uns Chengdu anzusehen! Eindeutig nicht genug, zumal alle schoenen Sachen von Chengdu weit ausserhalb des Stadtzentrums lagen. Chengdu (9)Also mit dem Bus ins Stadtzentrum und erstmal zu weit gefahren, aber wer mich kennt, der weiss das ich gerne mal sitzen bleib! Gut das ich die Steffi hab und die mich dann aufjagt. Diesmal wars echt gut zu weit gefahren zu sein, das war naemlich so was von cool. Ich weis nicht wann einer von euch das letzte mal eine riesengrosse volle Einkaufstuete aus einem Supermarkt geschleppt hat und dafuer gerade mal 2,60Euro (fuer alle zweifler: ja das Kommazeichen ist an der richtigen Stelle!) bezahlt hat. Wir mussten naemlich unseren Essensvorrat fuer die naechste Etappe auffuellen.

Nach einem kurzen Fussmarsch sind wir dann im Stadtzentrum angekommen. War schoen dort, vorallem der Platz mit den vielen Brunnen. Ausser das mich langsam das Gefuehl beschleicht, das ich wohl erst nach Vietnam mal einen Platz ohne winkende sozialistische Persoenlichkeit sehen werde. Dort stand naemlich wiedermal ein „Mao“. Hoffe nach diesem Satz wird unser Blog nicht von China gesperrt und ich politisch verfolgt. 🙂

Dann ging es aber auch schon los mit sechs Stunden sitzen nach Chongqing. Und siehe da: es war gar nicht schlimm, denn wir hatten Glueck und uns gegenueber sasz (unsere tastatur hat kein SZ) ein Mann, der ein wenig Englisch sprechen konnte. Auf jeden Fall ist uns dann auch gleich wieder eingefallen das man in China ja auch Stehplaetze buchen kann und dies war in unserem Wagon nicht anders. Also hies es zu dritt auf einer Bank Platz nehmen und zeitweise ein Stueckchen zusammen ruecken, damit die, die Stehplatz hatten, ihre sechs Stunden oder auch mehr nicht stehen mussten. Fuer mich gestaltet sich so etwas wegen meiner Koerpergroesse zwar etwas schwieriger als fuer Steffi, aber ich fand es total cool so zwischen den Einheimischen zu sitzen. Hab mir auch erstmal Freunde gemacht, indem ich einem kleinen, schaetzungsweise zweijaehrigen Jungen, ein von mir auf den Strassen Chengdus gekauftes Gebaeck angedreht habe. Ich hatte es nur mal testhalber gekauft, weil es ziemlich lecker aussah was es dann aber nicht wirklich war.  Dem Kleinen hat es auf jeden Fall mehr gemundet als mir. Nachdem er seine Scheu abgelegt hatte, bearbeitete er erstmal seinen Vater, doch etwas bei dem Zugpersonal zu kaufen. Ja, die fahren sogar durch hoffnungslos uberfuellte Dritte-Klasse-Wagongs mit allem moeglichen was man sich vorstellen kann. Das war eine Art Litchi, die er dann natuerlich mit mir und Steffi teilte, um sich zu revanchieren. Klasse Mann wuerde jetzt einer in Neubrunn sagen!!! Uebrigens haben die Kinder, also auch der Junge, ein Loch in der Hose. Von wegen Windeln, da wird sich auch mal einfach auf die Strasse gesetzt wenn man muss. Selbst gesehen, und zwar im Zoo in Beijing im Elefantenhaus. Daniel steht so dar, Steffi daneben und neben uns steht ein Ehepaar, das in die ganz andere Richtung fotografierte. Ich so zu Steffi: „Was fotografieren die denn? Die Elefanten stehen doch da vorne!“. Wir drehen uns um und da sasz er dann- der Kleine -und urinierte kraeftig durch das Loch in seiner Hose auf den Boden und die Eltern fotografierten, applaudierten und freuten sich. Naja, ich schreib das eigentlich alles weil bei uns schon einige Anfragen ueber die Lebensweise der Menschen eingegangen sind. Also die Lebensweise ist anders anders anders, aber ueberaus herzlich und freundlich sind sie hier!!!

Aber jetz zurueck zum Zugfahren! Chongqing (17)Als wir dann in Chongqing angekommen waren sollten wir eigentlich mit dem pick-up-service vom Hostel abgeholt werden, was nur leider nicht geschehen ist! Also standen wir und warteten und warteten und alle halbe Minute kam eine andere Frau und wollte uns ein Hotelzimmer andrehen. Das haben wir aber erst spaeter erfahren, da wir ja nunmal kein Chinesisch sprechen. Die haben uns auf Chinesisch zugetextet und haben nicht locker gelassen, obwohl wir kein chinesisch und sie kein Wort englisch gesprochen haben. Also Taxi ins Hostel und schlafen. Am naechsten Tag buchten wir unsere Tour auf dem Yangtze und machten einen Stadtbummel. Seitdem wir unterwegs sind hat es noch nicht geregnet, ausser an diesem Tag. Chongqing liegt direkt am Yangtze und ist doch auf einem Berg gebaut.
in den Strassen von ChongqingAusserdem ist Chongquing an seinen Stadtgrenzen gemessen mit ueber 32 Millionen die groesste Stadt der Welt. Wir gingen die erste Zeit durch eine ziemlich dreckige und unserer Meinung nach sehr aermliche Strasse. Als wir jedoch in die Parallelstrasse gingen, war das das komplette Gegenteil. Prunkvoll und sauber, ein Hotel nach dem anderen und alles vom feinsten. Das war bisher die Stadt mit den groessten Gegensaetzen. Echt krass wie nah hier Arm und Reich nebeneinander leben. Wir sind noch mit der Seilbahn ueber den Yangtze gefahren und haben uns die Skyline bei Nacht angeschaut.

Also das wars mal wieder.
Der Yangtze Bericht folg bald!!

(Autor:  Daniel)



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2 Antworten zu “Zugfahrt mit Chengdu und Chongqing”

  • mel sagt:

    Hey ihr zwei,

    hm, spucken auf den Zugboden, lecker…mal schauen, was dann am Schluss der „es geht noch ekliger“-Liste auftaucht…wir sind jedes Mal, wenn wir was neues von euch lesen ganz neidisch und bekommen ganz schlimm Fernweh. Ihr habt in der kurzen Zeit, die ihr jetzt weg seid schon so viele tolle Dinge gesehen, das ist Wahnsinn.
    Passt weiterhin gut auf euch auf und lasst hören, wo ihr wieder rum geschlichen seid!
    Fühlt euch gedrückt!!!
    Mel

  • Michael und Annabel sagt:

    Hallo ihr Reisenden,
    wir sind total begeistert von eurem Blog und sind schon richtig süchtig nach euren Berichten. So können wir ein kleines bißchen mitreisen! Denken ganz viel an euch!
    Liebe Grüße Michael, Annabel, Leo und Mika

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