Kia Ora New Zealand – Hallo Neuseeland 31.08.-09.09.

10 09 2010

DSC_0022Um 5.00 Uhr morgens klingelte unser Wecker in Sydney und wir kamen gemaesz deutscher Ueberpuenktlichkeit am Flughafen an. Checkten gleich ein und genehmigten uns noch einen Kaffee und einen Bummel durch die Shoppingmeile am Flughafen. Irgendwann hoerten wir dann unsere Namen im Lautsprecher – oh, die muessen wohl uns meinen – und sprinteten zum Boarding. Nochmal Glueck gehabt das unser Gepaeck nicht alleine nach Neuseeland fliegt – wir waren an Bord! Da wir bisher nur mit Billigfluggesellschaften geflogen sind, waren wir ganz aus dem Haeuschen als wir dann im Emirates Flieger nach Christchurch, Neuseeland (Ostkueste) saszen. Hatten ganz vergessen wie bequem und komfortabel fliegen sein kann, mit einer Auswahl von hunderten von Filmen, Musik und TV-Shows die man bei einem guten Glas Wein und leckerem Essen geniessen kann. Waeren gerne noch laenger geflogen, doch nach entspannten 3 Stunden Flug landeten wir schon in Neuseeland. Am Flughafen mussten wir unsere Taschen oeffnen und die Biopolizei hat ein Blick auf unsere Trecking- und Sportschuhe geworfen – alles war sauber und wir sind nochmal um eine 400 $ Strafe davongekommen. Hier wird penibelst darauf geachtet das die Natur so bleibt wie sie ist und keine Erde, Samen oder aehnliches aus anderen Laendern eingeschleppt wird, welche Veraenderung auf die Flora und Fauna haben koennten.

Die Entscheidung fuer Neuseeland haben wir sehr spontan getroffen und alles vom Verkauf von unserem Van abhaengig gemacht. Dementsprechend wenig Infos hatten wir ueber das Land, doch desto mehr beeindruckt waren wir gleich in den ersten Tagen. Es hat nicht lange gedauert und wir waren schon verzaubert! Hier ist gerade Fruehlingsanfang, die Hauptsession beginnt hier im Oktober, somit kommen wir nochmal um Touristenmassen und ueberteuerte Preise drumrum.

In Christchurch verbrachten wir eine Nacht im Hostel und holten am naechsten Morgen unser Mietauto ab, ein kleiner Campervan, der alles hat was man so braucht incl. DVD-Player, sehr praktisch fuer kalte, dunkle Abende (um 18.30 Uhr wirds hier Nacht). DSC_0102Er wird fuer den naechsten Monat unser zu Hause sein. Grosser Vorteil gegenueber unserem 1984er Van ist natuerlich das man auch mal den Berg hinauf kommt ohne in den zweiten Gang zu schalten und eine Autoschlange hinter sich zu haben und: hier gibt es viele, viele Berge! Christchurch  ist ein sympathisches Staedtchen mit vielen alten historischen Gebaeuden, sehr europaeisch,auch die Menschen sind europaeischer. Australier waren eher ein Mix aus Englaendern und Amerikanern, hier hat Amerika kaum Spuren hinterlassen. Sind gleich in einen Secondhandshop und haben uns warme Pullis gekauft, hier sind es ca. 10-15 Grad uebern Tag.

Die ersten zwei Tage fuhren wir vorbei an den Seen Tukapo und Pukaki, im Hintergrund sind die Berge mit Schnee bedeckt. Alleine die Fahrten hier sind schon so spektakulaer, haetten nie sowas tolles erwartet, nach all den Dingen die wir schon gesehen haben sind wir hin und weg. Die Sonne schien und wir hatten Glueck die Spitze von Mt. Cook  zu sehen.DSC_0232 Eine kleine Wanderung fuehrte uns zu einem Gletschersee dessen Pegel jaehrlich steigt, man kann aber immer noch Eisberge sehen die im See stehen. Mit Wettervorhersagen muss man hier vorsichtig sein, man denkt am Morgen es wird den ganzen Tag nur regnen, nachmittags klaert es sich jedoch oft auf und die Sonne strahlt – das Wetter ist hier immer ungewiss.

Auf dem Weg in den Sueden an der Ostkueste entlang erlebten wir in dem Staedtchen Oamaru einige Ueberraschungen. Die Stadt im Stil der 30er Jahre ist sehr historisch, ueberall findet man kleine Gallerien und Kuenstlerateliers. Hauptattraktion sind die seltensten Pinguine der Welt, die gelbaeugigen.DSC_0007 Sie kommen taeglich 2 Stunden vor Sonnenuntergang an die Kueste und wir hatten das Glueck sie zu sehen. Bei einem Aussichtspunkt sind wir auf dieses Schild gestossen, „Suhler Huette, ca. 18 500 km) – wieder mal ein Beweis das die Welt klein ist. DSC_0010Sind dann extra noch in die Touristeninformation gefahren um die Geschichte zum Schild in Erfahrung zu bringen – Fehlanzeige, keiner konnte uns weiterhelfen. Irgendjemand aus meiner Geburtsstadt muss wohl irgendwann schonmal hier gewesen sein…


In der Nacht zum 4. September um 4.30 Uhr wurden wir aus dem Schlaf geruettelt. Wir standen in Strandnaehe und ploetzlich fing unser Auto an wie wild hin und her zu wackeln. Wir warteten eine knappe Minute bis es aufhoerte  und konnten uns nicht erklaeren was es war. Es war definitiv kein Wind und auch meine Vermutung eine  Kuh oder ein Seeloewe kratzt sich den Ruecken am Auto traf nicht zu. Wir wunderten uns nur und schliefen mit einem komischen Gefuehl im Bauch weiter, der Moment als das Auto schaukelte war alles andere als spassig. Am naechsten morgen kam dann ein Mann auf uns zu und fragte wo wir denn beim Erdbeben waren – Erdbeben? Wir schalteten sofort das Radio an und hoerten dann alles ueber die Schaeden in Christchurch. Tsunamigefahr bestand zum Glueck nicht, sonst waere es fuer uns richtig gefaehrlich geworden. Eine Frau zeigte uns am Morgen ihren Souvenirladen und wie weit die Sachen dort aus den Regalen gehuepft sind, selbst ca. 200 km suedlich von Christchurch. Bis zum 8.9. gab es 300 (!) kleinere Nachbeben die teilweise bis an der Westkueste spuerbar waren.

Nach der ganzen Aufregung setzten wir unsere Reise an der Ostkueste gen Sueden fort, waren bei den Moeraki Boulders, DSC_0055kugelrunde Steinformationen am WasserDSC_0132 und in Dunedin wo es die steilste Strasse der Welt gibt und man neben Seeloewen am Strand spazieren gehen kann. Seeloewen koennen ganz schoen angsteinfloessend sein  wenn sie einen anfauchen, im Gegensatz zu den friedlichen Robben denen wir hier auch schon begegnet sind! Trotzdem beeindruckend solche Tiere ganz nah in wilder Natur live zu erleben.

Waehrend der Fahrt ziehen immer wieder tolle Landschaften an uns vorbei und wir stoppen oft um Fotos zu machen. Dann waren wir auch schon an der Westkueste, bei Milford Sound, dem Fjordland Neuseelands. Der beste Weg dieses Fjord zu sehen ist eine Bootsfahrt, wenn man sich den Helikopterflug nicht leisten kann. Anfangs hat uns die Szenerie ein bisschen an unsere Yangtze-River-Tour in China erinnert, am Ende waren wir ueberzeugt das es tausend mal besser war. Milford Sound ist einer der regenreichsten Orte der Welt mit durchschnittlich 7m Niederschlag im Jahr! Wir haben uns also schon auf Regen eingestellt und auch die Touristeninfo in Te Anau prophezeite und Regen, doch wie es hier so ist schiebte die Sonne die Wolken beiseite und wir erlebten Milford Sound bei Sonnenschein. Man faehrt durch riesige Bergschluchten die sich wie gewaltige Bergwaende hunderte Meter hoch strecken, zwischendrin immer wieder beeindruckende Wasserfaelle.

Mit dem Boot fuhren wir sehr nahe an die Wasserfaelle ran und jeder durfte sich ein Glas vom frischen Wasser abschoepfen – Prost! DSC_0345Voller Begeisterung die auf dem ganzen Boot herrschte sahen wir von weitem eine Delphinkolonie, es waren Bottlenosedolphins (Flaschennasendelphine?), wieder eine der seltensten Arten, sie kamen dann richtig nah ans Boot ran und spielten am Bootsrand – schoener gehts gar nicht mehr, ein paar Robben haben sich im Hintergrund auf einem Stein gesonnt. Jeder der nach Neuseeland geht sollte Milford Sound sehen!


Ganz beschwipst von Milford Sound fuhren verbrachten wir einen halben Tag in Queenstown, einer kleinen touristischen Stadt und fuhren dann weiter zum Lake Wanaka. Die Region hier ist ziemlich touristisch, aber trotzdem sehr schoen. Vorallem fuer Adrenalinjunkies gibts hier alles moegliche um den ultimativen Kick zu erleben (Bungeejumping, Skydiving, Paragliding, Wasserrafting etc.). Es liegt noch Schnee in den Gipfeln und so war Daniel einen Tag  Skifahren in der Naehe von Wanaka.DSC_0006 Besucht haben wir auch „Puzzling World“, hier DSC_0047sieht man Illusionenund optische Taeuschungen aller Art. Hier kann man soviel erleben und wenn man auf reisen ist, sollte man ja auch mal etwas aussergewoehnliches machen.


Alle die schon immer wussten das wir ein bisschen verrueckt sind werden jetzt ihre Bestaetigung finden: wir haben Skydiving gemacht (Fallschirmsprung) und sind bei 3650 m aus einem Flugzeug gesprungen. Es war eine Hammererfahrung, wir wollten am liebsten gleich wieder hoch und nochmal springen!

IMG_6495


Am 05.10. fliegen wir nach Australien zurueck (Melbourne), haben dort noch eine Woche Zeit und am 13.10. werden wir nach Hause fliegen.